Stern Was und wer sind denn die Zielgruppen von BERUF oder LEBEN!?
Mazek Oh, klasse! Zielgruppen! Wir gehen auf Treibjagd? Bumm. Bumm. Bumm!
Stern Du Komiker! Ich finde, das ist eine ernst gemeinte, sinnvolle Frage!
Mazek O.K., O.K, Herr Lehrer. (…) Aber ich mag das Wort Zielgruppen nicht. Ich finde, das Wort engt das Denken, das Ideenhaben ein. Ich mein, wenn ich immer nur vom anderen ausgehe: Was braucht der, was will der, was kann ich dem verscherbeln? Was bleibt denn da von mir?
Stern Oh, natürlich! Du bist ja ein Künstler!
Mazek So what? Du auch! Wir bleiben halt neugierig, oder versuchen es zu sein. Und genau in diesem Sinne ist BERUF oder LEBEN!? für mich Kunst. Das Programm soll Menschen Lust machen, neugierig zu werden, auf sich selbst, auf andere Mitmacher, auf das Thema: Wie steuere ich durchs Leben? Und wie bleib ich gesund dabei!
Stern Aber jeder Coach beackert dieses Thema, als Dienstleistung! Work-life-balance lautet das Modewort.
Mazek Wenn ich zu einem Coach gehe, erwarte ich eine kurz- oder längerfristige individuelle persönliche Begleitung bei der Lösung einer Problematik. BERUF oder LEBEN!? bietet keine derartige Begleitung.
Wer die BERUF oder LEBEN!? Geschichte und das COCKPIT!? benutzt, erfährt nur, wie es ist, sich zusammenhängende Gedanken über sein Leben zu machen. Und er erfährt, wie es ist, diese Gedanken mit anderen Menschen auszutauschen – am besten schon lange bevor ihm seine Lebenssituation Bauchschmerzen macht.
So, mal Tacheles geredet: Wann hast du dein erstes COCKPIT!? gemacht?
Stern Hihi, du wirst mich erschießen! Nee, viel besser: Du hast mich geschossen! Bei meiner ersten COCKPIT!? Erfahrung war ich deine Zielgruppe. Du hast mich gecoacht.
Mazek Nö, ich war dein Freund. Den du um Rat gefragt hast. Und ich hatte beim Sprechen u.a. den Bewegungsmesser aus dem COCKPIT!? als Denkmodell im Kopf und wir hatten einen Bierdeckel zum Einzeichnen parat. Beides zusammen hat dir wahnsinnig geholfen. Schlingel! Wir haben in einem Restaurant gesessen und Bier getrunken. Das stellst du dir also unter professionellem Coaching vor, wow!
Stern Dein Traum ist es also, dass sich Menschen beim Bier darüber unterhalten, wie sie so leben wollen?
Mazek Beim Bier, beim Wein, beim Tee, beim Coach, auf der Coach. Hauptsache: Sie besprechen sich! Und sie haben beim Reden und Zuhören eine Idee davon, wie man das – gleichberechtigt – tun kann.
Statt Klagemauer, Stammtischmitleid oder Psychohelfergedöns eine Art flexibler Gesprächsleitfaden: Mit einer Profilstraße im Hinterkopf, dem Bewusstsein, dass der Wind auch mal von vorne kommen kann, das man das Ziele setzen nicht übertreiben soll, weil man sonst die Balance verliert, etc.
Stern (..)
Mazek Du wirst so nachdenklich?
Stern Naja, zugegeben. Mir fehlt gerade dieses Gespräch – auf der Arbeit, mit Kollegen. Aber auch privat als Teilzeitpapa in einer Kleinstadt, also allein unter Frauen. Es ist fürwahr nicht üblich. Aber warum sperrst du dich eigentlich so wahnsinnig dagegen, mit Hilfe des COCKPIT!?s Menschen zu coachen?
Mazek Puh. (Lange Pause) Ich denk, ich mag Neutralität nicht. Ich will mich nicht raushalten.
Stern Aber das ist halt der entscheidende Vorteil, den dir ein professioneller Coach anbietet. Er ist nicht in dein Leben verwickelt, er hat keine eigenen Interessen. Und vor allem: Er will nicht gegen dich gewinnen.
Mazek Ja, klar, ist so. Ist bestimmt auch gut so, richtig! Aber ich habe keine Lust darauf. Ich mag mich reiben. Mag eigene Interessen haben. Mich mit Menschen auseinandersetzen, sie beeinflussen, von ihnen beeinflusst werden. Ich will kämpfen, mich streiten.
Stern Stühle schmeißen?
Mazek Ja, auch mal! Gerne. Macht ja Spaß! Vorausgesetzt: Es führt irgendwo hin!
Stern Du kennst das Gefühl nicht, in einer Institution zu stecken, in der der Lieblingssatz der meisten Kollegen ist: Das haben wir schon…
Mazek immer so gemacht! (…) Und dann wird laut weiter geschnarcht… womit wir wieder beim COCKPIT!? wären.
Stern Und dem Ziel, Menschen aufzuwecken?
Mazek Nicht nur Menschen, Was nützt dir das schönste Coachinggespräch, wenn du in einer Umgebung steckst, in der jeder Denk- und Veränderungsprozess nur als Störung empfunden wird. Und die dir umgekehrt keine Impulse gibt, zum Weiterdenken?
Stern Ob es nun Coaching war oder nicht. Gerade unsere Zweiergespräche haben uns doch sehr geholfen, in unseren Umgebungen Themen benennen zu können. Im Coachjargon würde man sagen, wir haben uns eine Argumentationsstrategie erarbeitet. War das schlimm?
Mazek Nein, gar nicht. Aber stell dir vor, deine Umgebung denkt mit, ist beim Gedankenmachen mit an Bord? Ich meine, was passiert nach einem Coachingprozess? Letztlich muss die gecoachte Person mit seinen Angehörigen, seinen Kollegen, seinen Vorgesetzten sprechen. Und das kann….
Stern schwierig und anstrengend sein. Wenn aber alle bei Beruf oder Leben!? einmal geübt haben, wie das geht, systemisch miteinander ins Gespräch zu kommen…
Mazek Moment mal, Stern, holla! Du hast ja recht! Es gibt natürlich eine Zielgruppe für BERUF oder LEBEN!?.
Stern Was ist denn das jetzt für ein Umfaller?
Mazek BERUF oder LEBEN!? wendet sich an Arbeitsumgebungen, die sich sozial weiter entwickeln wollen, in der der Gedanke erlaubt ist, dass es Beruf und Leben statt Beruf oder Leben heißen müsste! Außerdem werden mit Hilfe des COCKPIT!?s Menschen gefördert, die Lust haben, Dinge immer wieder auch mal anders zu machen. Neu zu denken. Die einen eigenen Kopf haben, in dem nicht nur Antworten gespeichert sind.
Stern Menschen, die sich einmischen wollen?
Mazek Ja. Und die die Traute haben, auch mal – dem Kollegen, dem Chef, der heiligen Firma, den Freunden – den Stinkefinger zu zeigen. Warte mal, dazu habe ich sogar ein Zitat von einer Managertrainerin, Frau Sabine Asgodom,
Stern Holla!
Mazek „Management heute ist nicht nur frauenfeindlich, es ist oft familienfeindlich, lebensfeindlich, ja menschenfeindlich, der Einzelne spielt keine Rolle mehr. Dieses System erzieht und erzeugt ein Übermaß an Jasagern und Feiglingen.“*
Stern Und mit BERUF oder LEBEN!? helfen wir den Anderen!
Mazek Bingo. Immer mit der Vision im Hintergrund, dass wir Menschen, die es betrifft, miteinander ins Gespräch bringen.
Stern O.k. Darauf ein Bierchen?
Mazek Ein Bierchen!! Oder?
Stern Oder was?
Mazek Willst du dich lieber auf meine Coach legen?
Stern Witzig.
Mazek Das müsste ich dir aber dann auch berechnen..
Stern Aha..
Mazek Naja, alleine die Coachabnutzungsgebühren durch das intensive Zerdenken..
Stern Soso! Ich glaube, du musst etwas ganz Anderes in Rechnung stellen?
Mazek Das da wäre?
Stern Du wirst bald neue Kissen brauchen!
Mazek Aua! Kissenschlacht! Na hören Sie mal! So benimmt sich doch kein Lehrer!! Aua! Stop!
Stern Teile offiziell mit! Sie sind gerade meine ganz persönliche Zielgruppe!
Mazek Sehr witzig ! Sehr… Aua!! Manno!
* Zitat entnommen aus dem ZEIT Artikel Das gecoachte Ich von Christian Schüle vom 20.8.2008